Alle Karriere hat ein Ende, nur die (Sied-) Wurst hat zwei: Hans Zellweger geht in Rente
Eigentlich stiess Hans Zellweger nur vorübergehend zur Welz AG, um kurzfristig auszuhelfen. Mehr als 43 Jahre später geht sein «Temporäreinsatz» nun zu Ende: Im Mai 2024 tritt der Bauschreiner in den wohlverdienten Ruhestand.
Die Atmosphäre ist feierlich. Am Teamanlass in Steinegg wird gescherzt, gelacht und in Erinnerungen an gemeinsam Erlebtes geschwelgt. Auch ein Hauch Wehmut mischt sich unter die Gesellschaft. Denn das gesamte Team der Welz AG ist hier, um ihren langjährigen und allseits geschätzten Kollegen gebührend zu verabschieden: Der Gefeierte, Hans Zellweger, blickt auf sagenhafte 43 Jahre im Betrieb zurück – und seiner wohlverdienten Pensionierung entgegen.
Etwas mehr als vier Jahrzehnte ist es her, als der Zufall Hans Zellweger beruflich nach Trogen führte. Er gab seinen Einstand unter Hugo Welz Junior, welcher die Schreinerei in dritter Generation führte. «Hans hat mit drei Welz-Generationen zusammengearbeitet», rechnet Reto Welz zurück. Nach kurzer Überlegung fügt der Mitinhaber in fünfter Generation an: «Sogar die zweite Generation, Hugo Welz Senior, hat er noch erlebt. Beeindruckend! Wir wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute und beste Gesundheit».
Zu Zellwegers Anfangszeit zählte der kleine Familienbetrieb, der dieses Jahr sein 140-Jähriges feiert, noch rund zehn Mitarbeitende. Heute sind es über 35. «Hans ist für jede und jeden im Betrieb von enormer Bedeutung», schwärmt Reto Welz. «Von den Lernenden bis zur Geschäftsleitung, alle durften wir von seinem immensen Know-how profitieren.» In seiner 43-jährigen Laufbahn als Bauschreiner übernahm Zellweger gerne und viel Verantwortung. Oftmals koordinierte und leitete er die Baustellen vor Ort praktisch selbstständig. Durch sein Fachwissen und dem sympathischen Auftreten konnte Zellweger auch stets das Vertrauen und die Wertschätzung der Bauherrschaft gewinnen. «Mit seiner Erfahrung und seiner Art hat Hans viel zum positiven Image unserer Firma beigetragen», bestätigt Mitinhaber Roman Grögli. Unzählige Bauten in der Region zeugen davon, sie tragen Zellwegers Handschrift.
Nicht nur die Kundschaft wird Hans Zellweger vermissen, sondern allen voran das Team. Als Dank und zur Feier seines letzten Arbeitstages haben ihn seine Kollegen morgens zu Hause abgeholt. Per Bahn ging es nach Appenzell und von dort zu Fuss der Sitter entlang weiter bis nach Steinegg zum Eventlokal. Nach dem Besuch der Ausstellung produzierte das Team im Wurstseminar die eigenen Siedewürste, die beim anschliessenden Abendessen vor Ort mit Chäshörnli und Apfelmus genüsslich verzehrt wurden. «Wir danken Hans herzlich für die wunderbare Zeit», sagt Andreas Welz, Mitinhaber in vierter Generation. «Grosser Dank geht auch an seine Frau Gabi, deren grossartige Unterstützung wir immer gespürt haben.» Für Hans Zellwegers Abschiedsgeschenk hat das gesamte Welz-Team zusammengelegt: ein Besuch in einer nahegelegenen Brauerei, mitsamt Führung und Degustation. Auf ein letztes gemeinsames Feierabendbier.